Wie verbreitet ist Wissenschafts-Ghostwriting?


Die Praxis des akademischen Ghostwritings ist schwer nachzuverfolgen, wodurch sich vor allem die rechtliche Ahnung der – meist unter dem Deckmantel einer risikolosen Dienstleistung getarnten Art des Wissenschaftsbetrugs – als außerordentlich schwierig erweist. Darüber hinaus fehlen belastbare Untersuchungen, über die tatsächliche Verbreitung des akademischen Ghostwritings unter Studierenden und anderen Hochschulangehörigen.

Obwohl sich Ghostwriting-Agenturen im Internet selbstbewusst präsentieren und man so zumindest ihre Anzahl relativ gut erwägen kann, bleibt die Zahl jener, die sich einen Auftragsschreiber verpflichten, im Nebulösen. Es gibt Schätzungen, von mit diesem Sujet betrauten Wissenschaftlern, die davon ausgehen, dass an deutschen Hochschulen jährlich zwischen 5.000 und 10.000 durch Ghostwriting entstandene Seminar- und Qualifikationsarbeiten eingereicht werden.

Ghostwriting-Agenturen verstehen sich in ihrem Angebot immer als die Freunde und Partner der Studierenden. Sie sehen sich selbst als jene Akteure, auf die sich die angehenden Absolventen verlassen können, wenn ihnen der universitäre Alltag über den Kopf hinaus wächst. Darin besteht dann auch die Werbebotschaft dieser Dienstleister. Sie werben um Studierende, die nicht genau wissen, was sie für eine Seminar- oder Abschlussarbeit leisten müssen, um solche, denen das Abfassen wissenschaftlicher Texte nicht besonders liegt und auch um jene, denen dieser Teil der akademischen Qualifikation schlichtweg zu anstrengend ist. Dass man so Studierende ohne große finanzielle Not, dafür aber mit wenig wissenschaftlichem Elan anlockt, wird von den Anbietern billigend in Kauf genommen.